Rasen · 4 Min Lesezeit
Rasenpflege im Sommer: Warum kürzer nicht besser ist
Wenn im Thüringer Sommer die Sonne brennt, ist die Versuchung groß, den Rasen kurz zu scheren - doch genau das schadet ihm am meisten.
Es klingt erst einmal logisch: Wer den Rasen im Sommer kurz hält, muss seltener mähen und hat länger Ruhe. Doch gerade bei Hitze ist das Gegenteil richtig. Ein kurz geschorener Rasen verbrennt schneller, vertrocknet von der Wurzel her und zeigt dir das schon nach wenigen Tagen mit braunen, strohigen Stellen. Ich sehe das jeden Sommer in Erfurter Gärten - und meistens lässt es sich mit ein paar einfachen Handgriffen vermeiden.
Warum höheres Gras dein bester Rasen-Sonnenschutz ist
Jeder Grashalm wirft Schatten. Lässt du deinen Rasen im Sommer etwas länger stehen, beschatten die Halme den Boden darunter. Das hat gleich mehrere Vorteile:
- Die Wurzeln bleiben kühl. Beschatteter Boden heizt sich längst nicht so stark auf wie eine kurz gemähte, freiliegende Fläche.
- Weniger Wasser verdunstet. Längeres Gras bremst die Verdunstung, der Boden bleibt länger feucht - bei der Trockenheit hier bei mir ein echter Gewinn.
- Keine braunen Stellen. Wer zu tief mäht, legt die empfindlichen unteren Halmteile frei, die schnell verbrennen. Höher mähen schützt davor.
Faustregel für heiße Wochen: Stell deinen Mäher auf etwa 5 bis 6 Zentimeter Schnitthöhe ein. Im Frühjahr und Herbst dürfen es ruhig die üblichen 4 bis 5 Zentimeter sein - aber wenn die Sonne brennt, gilt: höher ist gesünder. Steht dein Rasen ohnehin im Schatten, darfst du ihn mit 6 bis 8 Zentimetern sogar noch etwas länger lassen.
Nicht zu tief, nicht zu oft
Wichtig ist auch, wie viel du auf einmal abnimmst. Kürze nie mehr als ein Drittel der Halmlänge in einem Durchgang, sonst gerät das Gras unter Stress. Und an sehr heißen, trockenen Tagen darfst du den Mäher ruhig mal stehen lassen. Wächst der Rasen wegen der Trockenheit kaum, muss er auch nicht gemäht werden. Weniger ist hier wirklich mehr.
Der richtige Zeitpunkt: früh morgens oder am Abend
Mähe nicht in der prallen Mittagssonne. Der frische Schnitt verdunstet dann am stärksten, und sowohl das Gras als auch du selbst leiden unnötig. Besser sind die kühlen Stunden früh am Morgen oder am späten Nachmittag und Abend. Dann ist der Boden noch feucht, die Halme richten sich gut auf, und der Rasen erholt sich schneller.
Ein Hinweis, der oft vergessen wird: Mähe möglichst nicht über taunasses Gras am ganz frühen Morgen - feuchte Halme reißen leichter, statt sauber geschnitten zu werden. Ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang, wenn der Tau abgetrocknet ist, sind ideal.
Das gilt rechtlich bei den Mähzeiten
Wann du mähen darfst, regelt bundesweit die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV). In Wohngebieten gilt vereinfacht:
- An Werktagen ist das Mähen von 7 bis 20 Uhr erlaubt.
- An Sonn- und Feiertagen ist es ganztägig verboten.
- Eine bundesweite gesetzliche Mittagsruhe für normale Rasenmäher gibt es nicht - aber einzelne Gemeinden können strengere Zeiten festlegen, zum Beispiel eine Mittagsruhe. Ein kurzer Blick in die örtliche Satzung lohnt sich.
Übrigens: Diese Zeiten gelten gleichermaßen für Benzin- und für Elektrogeräte. Die Rücksicht auf die Ruhezeiten nimmt dir kein Akku ab - dein Ohr und das deiner Nachbarn schon.
Und was ist mit Hecken und Sträuchern?
Für deinen Rasen spielt das keine Rolle - für den Rest des Gartens aber schon: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) dürfen Hecken, Gebüsche und Sträucher zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht radikal zurückgeschnitten oder gerodet werden. In dieser Zeit brüten die meisten heimischen Vögel. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt, der große Rückschnitt gehört aber in den Herbst oder Winter. Mähen darfst du in dieser Zeit natürlich weiter - das Verbot betrifft nur Gehölze, nicht deine Rasenfläche.
Leise mähen - gut für Garten, Nachbarn und Natur
Genau hier kommt meine Arbeitsweise ins Spiel. Ich mähe ausschließlich mit Akku-Geräten, ganz ohne Benzin. Das macht einen spürbaren Unterschied: kein knatternder Motor, keine Abgase über deinen Beeten, kein Lärm, der durch die ganze Straße schallt. Gerade in den frühen Morgenstunden, die im Sommer ohnehin die beste Mähzeit sind, ist ein leiser Akku-Mäher Gold wert - für dich, für die Nachbarschaft und für die Vögel und Insekten, die deinen Garten bewohnen.
Und weil ich mit dem Lastenrad und Anhänger zu dir komme, bleibt auch der Weg in deinen Garten leise und ohne Abgase. Das passt zu der Ruhe, die so ein gepflegter Rasen eigentlich ausstrahlen soll.
Mein Sommer-Fazit für deinen Erfurter Rasen
Das Thüringer Becken rund um Erfurt gehört zu den trockensten Regionen Deutschlands - im Regenschatten von Harz und Thüringer Wald fällt hier teils weniger als 500 Millimeter Niederschlag im Jahr. Umso wichtiger ist es, deinem Rasen im Sommer Schatten von oben zu gönnen, statt ihn kahl zu scheren. Höher mähen, in den kühlen Stunden, mit Rücksicht auf Ruhe und Natur: So bleibt dein Grün auch durch heiße Wochen kräftig und tiefgrün.
Wenn du magst, übernehme ich das gerne für dich - leise, ehrlich und mit dem Blick fürs Ganze.
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