Wassersparen · 4 Min Lesezeit
Weniger gießen, mehr ernten: clever Wasser sparen im Erfurter Garten
Die Sommer in Thüringen werden trockener, doch mit ein paar ruhigen Handgriffen kommst du mit deutlich weniger Wasser aus und erntest am Ende sogar mehr.
Sicherheit zuerst
Beim Wassersparen steht eine Gefahr über allen anderen, und sie steht meistens unbeachtet an der Hauswand: die offene Regentonne.
- Regentonne abdecken: Eine offene Regentonne ist für kleine Kinder lebensgefährlich. Sie gehört fest abgedeckt oder so gesichert, dass niemand hineinfallen kann.
- Regendieb bedeutet Leiterarbeit: Der Anschluss am Fallrohr sitzt in der Höhe. Dafür braucht es einen festen Stand auf ebenem Boden, und zu zweit ist es deutlich sicherer.
- Regenwasser ist kein Trinkwasser: Für Beet und Hecke ist es bestens geeignet. Erntereifes Blattgemüse gießt du besser mit Leitungswasser.
- Handschuhe in Erde und Mulch: In beidem sitzen Keime. Handschuhe gehören dazu, und der Tetanusschutz, also die Impfung gegen Wundstarrkrampf, sollte aktuell sein.
- Rasenschnitt nicht dick auftragen: Frischer Schnitt fault in dicker Lage. Beim Umsetzen entsteht Staub, den man besser nicht einatmet.
Und bei Hitze gilt für dich dasselbe wie für die Beete: genug trinken und die Arbeit in die kühlen Stunden legen.
Warum Wassersparen in Thüringen wichtiger wird
Erfurt liegt mitten im Thüringer Becken, einer der trockensten Ecken Deutschlands. Seit dem Dürrejahr 2018 hat sich in vielen Böden ein echtes Wasserdefizit aufgebaut, und die Klimaforschung erwartet künftig häufiger heiße, niederschlagsarme Sommer. Das spürst du im Garten: Der Boden trocknet schneller aus, und das Gießen wird schnell zur täglichen Pflicht.
Die gute Nachricht: Du musst nicht mehr gießen, sondern klüger. Mit ein paar einfachen Bausteinen gibst du jeden Tropfen genau dorthin, wo er gebraucht wird, und schonst nebenbei deinen Geldbeutel und das Grundwasser.
Richtig gießen: seltener, dafür durchdringend
Der häufigste Fehler ist tägliches, kurzes Gießen. Dabei bleibt das Wasser oben liegen, verdunstet schnell, und die Wurzeln bleiben bequem in der obersten Bodenschicht. Besser ist das Gegenteil: lieber nur zwei- bis dreimal pro Woche, dafür richtig durchdringend. So wandert das Wasser tief in den Boden, und deine Pflanzen bilden lange Wurzeln, die auch an die Feuchtigkeit in tieferen Schichten kommen. Das Ergebnis sind robustere Pflanzen und weniger Arbeit für dich.
Gieße am besten früh am Morgen. Dann ist die Verdunstung am geringsten, das Wasser wird voll aufgenommen, und die Blätter trocknen über den Tag ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Gib das Wasser direkt an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter.
Ein guter Moment für ruhige Gartenarbeit
Der Morgen ist auch aus einem anderen Grund ideal: Es ist still, kein Motor knattert, die Vögel sind aktiv. In Wohngebieten dürfen laute Geräte wie Rasenmäher an Sonn- und Feiertagen ohnehin nicht laufen und werktags nur zwischen 7 und 20 Uhr; vielerorts gilt zusätzlich eine ortsübliche Mittagsruhe, oft zwischen 13 und 15 Uhr. Ich komme sowieso leise: mit dem Lastenrad und ausschließlich mit Akkugeräten, ganz ohne Benzin. So bleibt dein Garten ein Ort der Ruhe.
Drei Helfer, die richtig Wasser sparen
- Tropfschlauch: Er bringt das Wasser langsam und gezielt direkt an die Wurzel, statt es großflächig zu verteilen. Dadurch geht kaum etwas durch Verdunstung oder Oberflächenabfluss verloren. Einmal verlegt, gießt er gleichmäßig und zuverlässig, ideal für Gemüsebeete und Hecken.
- Mulchschicht: Eine Decke aus Rasenschnitt, Laub oder Häckselgut hält den Boden feucht. Unter Mulch verdunstet rund ein Drittel weniger Wasser, der Boden bleibt im Sommer spürbar kühler, und weil lichtkeimendes Unkraut keine Sonne bekommt, musst du deutlich seltener jäten. Mit der Zeit verbessert der Mulch sogar die Bodenstruktur.
- Regentonne: Über einen Regendieb am Fallrohr fängst du kostenloses Gießwasser direkt vom Dach auf. Regenwasser ist weich und kalkfrei, das mögen besonders empfindliche Pflanzen wie Hortensien, Rhododendren oder Heidelbeeren viel lieber als hartes Leitungswasser.
Naturschutz fängt im eigenen Beet an
Weniger gießen heißt nicht weniger Garten, im Gegenteil. Ein gemulchtes Beet mit kräftigen, tief wurzelnden Pflanzen übersteht Trockenphasen viel besser und bietet Insekten und Bodenlebewesen ein stabiles Zuhause. Und wer Regenwasser nutzt, entlastet das ohnehin knappe Grundwasser in der Region. Kleine Entscheidungen, große Wirkung.
Übrigens: Größere Heckenschnitte planst du am besten außerhalb der Brutzeit. Ein radikaler Rückschnitt ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September nicht erlaubt, um brütende Vögel zu schützen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben in dieser Zeit aber möglich. Ich betreue deinen Garten gern über die ganze Saison, leise, fair und mit Blick auf die Natur. Sprich mich einfach an.
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